Wissens- und Technologietransfer

Transferpfade

Transferpfade; Vertragsforschung; Leistungszentrum; Lizenzierung; Weiterbildung; Ausgründungen
© Fraunhofer ZV
Die sechs Transferpfade innerhalb des LTZ CBS

Über die im Schema dargestellten Transferpfade definieren sich Key Performance Indicators, über die der Erfolg der einzelnen Projekte ebenso wie der Erfolg der Transferleistungen in gewichteter Summe gemessen wird.

Es wurden sechs Transferpfade entwickelt, die aktiv in die Projektarbeit einbezogen werden und von den jeweiligen Partnern oder initiiativ von der Geschäftsstelle kreativ und praxisnah gestaltet werden. Folgende Transferpfade wurden etabliert:

Vertragsforschung:

Das Leistungs- und Transferzentrum Chemie- und Biosystemtechnik platziert sich nach dem One-Stop-Shop Prinzip als zentraler Ansprechpartner für kleine und mittlere Unternehmen in Mitteldeutschland, in dessen Rahmen Dienstleistungs-, sowie Forschungs– und Entwicklungsaufträge initiiert und gezielt an die beteiligten Institutionen vermittelt werden. Das LTZ CBS entwickelt in enger Kooperation mit den in den Schwerpunkten S1 bis S4 aktiven Projektgruppen und den entsprechenden Industriepartnern ein zukunftsweisendes Portfolio an zu innovativen Produkten führenden F/E-Konzepten. Hierzu wurden jeweils zwei strategische Kernthemen und entsprechende Produktgruppen in den Schwerpunkten formuliert. Innerhalb von eigens inittierten Industriepartner-Workshops werden diese Kernthemen weiterentwickelt und konkrete Fragestellungen abgeleitet. Als Ergebnis dieser Workshops lassen sich zukunftsweisende Projektziele für die einzelnen Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ableiten und Transferkonzepte entwickeln. In Projekten, die nach dem Vorbild der Sektorenkopplung branchenübergreifend aufgesetzt werden, sind es für die Fragestellungen außerhalb des Themenbereichs des LTZ CBS zumeist die Partner-Institutionen des House of Transfers, die entweder selbst als Partner aktiv eingebunden werden oder eine entsprechende Kontaktvermittlung an relevante Kompetenzträger übernehmen. So ist auch eine Vertragsforschung nach den Prinzipien der Sektorenkopplung über die LTZ CBS Grenzen hinaus sichergestellt.

 

Lizenzierungen:

Aus hochinnovativer Forschung und Entwicklung abgeleitete Patente und Lizenzierungen sind die Basis, um langfristige Technologieführerschaft zu sichern und wettbewerbsfähige Ausgründungen zu ermöglichen. Eine gemeinsame Lizenzierungs- und Patentierungsstrategie wird innerhalb des Leistungs- und Transferzentrums eingeführt und entlang der laufend aktualisierten Strategie entwickelt, um geistiges Eigentum vorausschauend zu schützen, technisch und kommerziell umzusetzen, was auf den Aufbau einer refinanzierenden, langfristigen Wertschöpfung in der Region hinaus zu laufen hat. In enger Zusammenarbeit der Fraunhofer Institute mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konnten bereits mehrere aussichtsreiche Patentanmeldungen erfolgen. Gerade projektbezogene und institutionenübergreifende Patentanmeldungen werden über das LTZ CBS realisiert.

 

Ausgründungen:

Auf Basis o.a. Lizenzen und Patente, sowie wissenschaftlich fundierter Marktforschung können bereits erste Ausgründungen aus dem LTZ CBS in Planung gebracht und umgesetzt werden. Die Technologieführerschaft basierend auf modernsten Innovationen bildet zusammen mit tragfähigen Finanzierungskonzepten die Grundlage, um eine eng an das LTZ CBS gebundene Strategie zur Förderung von Ausgründungen umsetzbar zu machen. Außerdem wird durch ein attraktives Arbeitsumfeld, eine hohe Reputation und gezielte Qualifikation sowie Weiterbildung das notwendige Personal gewonnen. Hierzu sind enge Kooperationen zwischen dem LTZ CBS und dem Gründerservice der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie weiteren gründungsunterstützenden Einrichtungen, z.B. Univations elementarer Bestandteil. Aus der gemeinsamen Strategie abgeleitet ist es dem Leistungs- und Transferzentrum gelungen, eine gründerfreundliche Unternehmenskultur zu schaffen und somit Start-Ups einen möglichst barrierefreien Weg in den Markt zu ermöglichen.

 

Transfer in die (Zivil-)Gesellschaft:

Wissenschaftliche Erkenntnisse und institutionenübergreifende Forschungsarbeiten sollen der breiten Zivilgesellschaft Sachsen-Anhalts und Sachsens optimal adaptiert an die jeweiligen Ansprechebenen zugänglich gemacht werden und für eine allgemein erhöhte Akzeptanz und Aufklärung innerhalb der Wissenschaftslandschaft sorgen. Forschungsergebnisse sollen gegebenenfalls in referierten Spitzenjournals veröffentlicht werden, um die Sichtbarkeit und Förderwürdigkeit der laufenden F/E-Arbeiten zu gewährleisten und die Attraktivität für Anwender aus Industrie und Gesellschaft zu maximieren. Ergänzend hierzu sind öffentliche Veranstaltungen (Zukunftsdialog: Chemie und Bioökonomie; Konferenz „Technologieorientierter Strukturwandel“), die durch das LTZ CBS organisiert und gestaltet werden, ein zentrales Element zur Förderung des Transfers von Forschung in die (Zivil-)Gesellschaft. Hochkarätige Veranstaltungen mit abgestimmten und spannenden Vortragsreihen sowie Ausstellungsflächen haben sich als geeignetes Medium zur Gestaltung des Transfers etabliert. Gleichzeitig sind sie auf politischer Ebene angesehenes Medium, um die Themen der Leitmärkte und insbesondere des Strukturwandels prominent zu platzieren.

 

Köpfe & Karriere:

Im LTZ CBS werden an der gemeinsamen Strategie der Schwerpunkte orientiert Themen für Master – und Promotionsarbeiten entwickelt, die die Kooperation mit Industriepartnern gezielt verstärken und damit dem drohenden Fachkräftemangel entgegen wirken können. Konkret sind es gemeinsame Abschlussarbeiten, die aus der Kooperation zwischen der jeweiligen wissenschaftlichen Einrichtung und dem meist kleinen oder mittleren Unternehmen der Region initiiert werden. Überwiegend handelt es sich hierbei um Promotionen und Masterarbeiten, gelegentlich bereits aber auch schon um Bachelorarbeiten. Mit speziellen Angeboten werden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen entwickelt, die dem Fachkräftemangel im Leitmarkt der Chemie und Bioökonomie in der Region entgegenwirken. Ergänzend hierzu befinden sich konkrete Bildungskonzepte mit direktem Bezug zur Gestaltung des Strukturwandels in Mitteldeutschland  in Vorbereitung. Hierbei sind Verbände und Gewerkschaften als Ansprechpartner miteinbezogen.

 

Weiterbildung:

Hiermit ist der gegenseitige Austausch und das Voneinander-Lernen der Partner innerhalb des Leistungs- und Transferzentrums gemeint. Einen großen Anteil zur Umsetzung dieses Transferpfades leisten die Schwerpunkt-Workshops. Mit Kurzvorträgen und anschließender Diskussion sind sie ein geeignetes Format, um sowohl die Industriekunden über den neuesten Schritt in der Forschung zu unterrichten als auch umgekehrt die Forschung darüber zu unterrichten, was die aktuellen Bedarfe in der Industrie sind. Weitere Weiterbildungsmaßnahmen sind regelmäßig stattfindende Kolloquien, Vorlesungen und Vorträge, die im Rahmen einiger wissenschaftlicher Veranstaltungen gehalten werden. Auch wird es im Rahmen der o.g. Förderkonzepte zur Gestaltung des Strukturwandels einige Formate geben, die zu einer Weiterbildung der betroffenen Regionen und Industrien hin zu neuen Technologien und Arbeitsformen führen. Im Rahmen des gesamten Strukturwandels in Mitteldeutschland spielen die Menschen und Unternehmen die zentrale Rolle. Somit kann eine erfolgreiche Gestaltung des Strukturwandels nur mit nachhaltig aufgesetzten Weiterbildungskonzepten einhergehen.